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09.10.05 Liebes Tagebuch... Heute ist ein großer Tag für mich. Einmal mehr darf ich als Mannschaftsleiter umherhetzen, Sprit verfahren, Nervenzusammenbrüche erleben und mich wieder dem gesamten Stress aussetzen, der mich an jedem Spieltag wohl mindestens ein Jahr meines Lebens kostet ... aber, liebes Tagebuch (und das ist etwas, was ich nur dir schreibe), irgendwie hab ich die Truppe doch gern... 7.55 Soeben habe ich mit Julia telefoniert. Sie springt für Migu ein, der heute aus irgendwelchen Gründen nicht mitspielen kann. Seine Abwesenheit treibt mir leichte Sorgenfalten auf die Stirn, aber Julias froher Mut am zeitigen Morgen wiegt das wieder auf. Hab ihr gesagt, dass ich sie so 8.40 Uhr abhole. 8.05 Während ich mich langsam aufs Losfahren vorbereite stellen sich für mich zwei bewegende Fragen: 8.15 Noch schnell beim McDonalds DriveIn eingekehrt und Frühstück mitgenommen... 8.25 Bei Schulzi angekommen. Der hervorragende Zustand der Zwickauer Straßen sorgte indes dafür, dass sich mein Kaffee vom Fastfood-Restaurant im gesamten Auto verteilt hat. Michael selbst macht einen motivierten Eindruck beim Einsteigen in mein Auto. Offenbar ist er gut vorbereitet. 8.50 Meine vorhin schon genannten Sorgen bezüglich meiner zeitlichen Planung werden durch die Machenschaften des sächsischen Straßenbaus, dem es gelingt durch große Baustellen kleine Dörfer in wahre Irrgärten zu verwandeln, immer weiter bekräftigt. Hab Julia schließlich gefunden ... jetzt schnell ins Spiellokal 8.53 Ins Ärztehaus gerast. Dresden Leuben ist vorbildhaft pünktlich... von unserer Seite aus sind immerhin schon Isabell und David anwesend. Große Hektik. Das sind die Momente, die das Leben verkürzen. 8.55 Auch Erik trifft ein. Spitze! Jetzt fehlt nur noch Kay. Bis Spielbeginn hat er ja noch 5 Minuten. 8.57 Wahrscheinlich regt sich Kay zu diesem Zeitpunkt so langsam aus dem Bett heraus... 8.59 Unfassbar! Auch Kay und Steffi sind pünktlich. Damit können die Partien alle rechtzeitig starten. 9.15 Liebes Tagebuch ... nachdem ich dir den hektischen Ablauf meiner sonnabendlichen Morgenbetätigung nur kurz
berichten konnte, hab ich endlich wieder Zeit, dir ausführlich zu schreiben. Die Partien laufen nämlich jetzt und ich kann mich in Ruhe in das bequeme Möbel
unseres Spiellokals fallen lassen. Endlich bin ich auch dazu gekommen, mein mitgebrachtes Frühstück zu verzehren... auch wenn das Rührei nur noch handwarm
und die Butter schon längst zerlaufen war. Während die Mannschaften drüben im Nebenzimmer ihre Denkkompetenz messen, habe ich mir tiefgreifende Innovationen
für mein Mannschaftsleiterbuch ausgedacht: Bienchen! Ja, liebes Tagebuch, Bienchen. Grüne Bienchen (
10.30 Erik wird als erster fertig und bringt uns frühzeitig in Führung. Super gespielt! Damit sind wir in einer
guten Ausgangssituation. Ich denke, das ist zwei Bienchen wert. 11.00 Bei der Partieanalyse werden wir von David unterbrochen. Er hat Remis gespielt. Das ist eine etwas frühe
Punkteteilung für eine Partie mit weiß. Naja, geben wir ihm noch ein Bienchen. 11.15 Bei der Analyse von Davids Partie belehrt uns sein Gegner, dass der Läufer auf d3 im Allgemeinen besser steht. Eine wegweisende Erkenntnis. 12.00 Auch Julia hat Remis. Sie hat gegen einen sehr guten Gegner äußerst souverän gespielt und stand die ganze Partie über sehr gut da. Vielleicht hätte sie gewonnen, wenn sie den Läufer nach d3 entwickelt hätte. Da steht er nämlich im Allgemeinen besser. 12.30 Kay hat plötzlich auch eine überlegene Stellung erhalten ... sollte er tatsächlich ... ? 12.45 Unfassbar! Kay hat doch noch gewonnen. 13.15 Isabell hat ihren Läufer im Leichtfigurenendspiel für zwei Bauern geopfert. Ein waghalsiger Plan, der zwar nicht ganz zum Sieg reichte, aber problemlos Remis machte. Damit hat Isabell das Siegremis errungen! Super gemacht. Zum halben Brettpunkt gibts natürlich auch noch ein Bienchen...
15.00 Liebes Tagebuch, mittlerweile bin ich wieder daheim und blicke glücklich auf einen spannenden, letztlich für uns erfolgreichen Kampf zurück. Ich habe dir heute sehr oft geschrieben, um all meinen Stress verarbeiten zu können. Wenn ich die Hektik am Samstagmorgen nicht irgendwann in den Griff bekomme, werde ich durch meine Mannschaftsleitertätigkeit wahrscheinlich schon mit 30 graue Haare bekommen... aber, liebes Tagebuch, irgendwie hab ich die Truppe eben doch gern... Markus Bindig | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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