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Die Luft war eisig und knisterte fast schon vor Kälte, begleitet von einem kühlen Wind, der über die weite, offene Landschaft strich und alle Glieder erzittern ließ. Ein weißer Schleier aus Nebel und Schnee legte sich über das idyllische Dörfchen Ebersbrunn und gewährte den Sonnenstrahlen nur wenig Durchlass, die sich am Samstagmorgen Stück für Stück ihren Weg in die Welt zu bahnen suchten und den neuen Tag einleiteten. „Ihr wolltet doch erst halb kommen“ erklang Kays Stimme aus der Freisprechanlage, als er wieder einmal flexibel wie eine Brechstange darauf reagierte, 10 Minuten zeitiger abgeholt zu werden. An seinem Recht erst 8.30 Uhr abgeholt zu werden festhaltend ließ er Erik und mich fast noch eine Viertelstunde frieren, bevor sich endlich die Tür öffnete. Doch dann war es schließlich soweit, dass Kay aus dem Dunkel des Hausflurs hervortrat – mit einem Blick, der nicht nur von zu wenig Schlaf, sondern auch von einem festen Siegeswillen zeugte. Auf zur letzten Runde! Die beiden Endrunden der U20 Bezirksliga Chemnitz 2004 / 2005 fanden am Samstag, dem 26.02.05 zentral in Wilkau-Haßlau statt, nachdem auf den Vorschlag des Schiedsrichters und Staffelleiters Thorsten Coder hin der SV SG CX Schwarzenberg/ Raschau dankenswerterweise sein Heimrecht abtrat und alle Vereine der Staffel zustimmten, die letzten Kämpfe im Wilkauer Ärztehaus auszutragen. Dementsprechend herrschte eine große Kuschelstimmung, als 8 Teams à 4 Spieler, also 32 Jugendliche (plus Mannschaftsleiter), sich einen Raum teilten. Trotz der vorbildlichen Pünktlichkeit aller Vereine verschlang das zu Beginn herrschende Chaos und das Ausfüllen der Spielberichtsbögen einen gewissen Zeitanteil, sodass die Partien erst mit ungefähr 20 Minuten Verspätung begannen. Im weiteren Verlauf der Endrunde gab es jedoch keine Probleme mehr. Der erste Gegner der Muldentaler U20 Mannschaft hieß Siebenlehn. Gegen den SV 90 konnten wir jedoch auf eine sehr starke Besetzung zurückgreifen: Am ersten Brett spielte Steffi Bloß mit schwarz gegen Michel Einert, am zweiten Brett saß Markus Bindig (das bin ja ich!) Philipp Riehl gegenüber. Kay Schaarschmidt hatte am dritten Brett Thomas Gregor zum Gegner und Isabell Hirsch führte an Brett 4 die weißen Steine gegen Peter Rost ins Feld. Die ersten entscheidenden Wendungen ereigneten sich auf den 64 Feldern, die Kay vor sich hatte. Nachdem er mit schwarz zunehmend den weißen Eröffnungsvorteil liquidieren und eine etwa ausgeglichene Stellung herbeiführen konnte, übersah sein Gegner eine geschickte Drohung:
Wenig später wurde dem Weißen der fehlende h-Bauer und die gelüftete Königsstellung zum Verhängnis. Kay setzte im 22. Zug matt und brachte damit die Führung. Auch am zweiten Brett entschied eine taktische Wendung die Partie nur wenig später:
Damit gingen wir schnell mit 2-0 in Führung. Der Sieg schien kaum gefährdet, zumal Isabell am letzten Brett nie in Bedrängnis gebracht werden konnte und durch starkes Druckspiel auf den schwarzen Monarchen einige Bauern gewinnen konnte. Den Vorteil verwertete sie durch Abtausch in ein leicht gewonnenes Endspiel, was sie sicher zum Sieg führte. Steffis Partie erschien mir lange Zeit unklar, da die Stellung sehr geschlossen war und für niemanden ein eindeutiger Vorteil zu sehen war. Jedoch kam sie mir wenig später, als ich den Turniersaal gerade verlassen hatte, auf dem Flur entgegen und verkündete schließlich auch ihren Gewinn.
Mit diesem Erfolg waren wir nur noch einen Schritt vom Aufstieg entfernt. In Sicherheit wägen konnten wir uns aber leider noch nicht, da auch der SK König Plauen II, die nur einen Punkt hinter uns lauerten, stark aufspielten und Reichenbrand mit 3-1 besiegten. Somit musste ein Sieg gegen Freiberg her, um nicht kurz vor Schluss noch das Saisonziel zu verfehlen. Jedoch konnten wir wieder eine starke Besetzung vorweisen: Steffi Bloß bekam weiß am ersten Brett gegen Torsten Eberbach, Markus Bindig war Nachziehender gegen Richard Bernstein. An Brett 3 clashten Kay Schaarschmidt, diesmal mit weiß, und Kay Schäfer im Duell der Namensvetter. Am letzten Brett hatte es Erik Baumann schließlich mit Clemens Göhler zu tun. Von Freiberg hatten wir größeren Widerstand erwartet als von Siebenlehn, doch auch dieses Spiel verlief glücklich für uns. Gegen Richard Bernstein konnte ich schnell die Initiative ergreifen und in der Eröffnung bereits zwei Bauern gewinnen. Schließlich ließ er sogar einen Läufer stehen, was mir einen leicht zu realisierenden Vorteil einbrachte. Der Nächste, der seine Partie beendete, war Erik. Er hatte einen zähen Gegner am vierten Brett und willigte richtigerweise in ein recht frühes Remis ein. Damit waren bereits 1½ Punkte eingefahren und nur ein halber Zähler trennte uns noch vom Aufstieg. Angesichts Kays viel versprechender Stellung schien sogar früh der Sieg in Aussicht. Sein Gegner gab zeitig eine Figur für drei Bauern, was sich aber als ungenügende Kompensation erwies. Um 16 Uhr brachte ein starker Zug Kays dann den Sieg und damit den Aufstieg.
Steffi quälte sich am ersten Brett noch eine ganze Zeit lang, doch diesmal waren die weißen Steine nicht genug, um zu gewinnen. Der finale Friedensschluss zwischen ihr und Torsten Ebersbach war aber bereits mehr als genug.
Damit belegt der SV Muldental Wilkau-Haßlau den ersten Platz in der U20 Bezirksliga Chemnitz 04/05 und darf sich im nächsten Jahr darauf freuen, seine Jugendmannschaft in der 2.Sachsenjugendliga an den Start zu schicken. Bedauerlicherweise aber ohne Steffi und mich, Markus, die wir des Höchstalters dann bereits entwachsen sein werden. Als Mannschaftsleiter möchte ich noch einmal die ganze Mannschaft loben und Dank sagen. Nicht nur an die Stammspieler Steffi, Kay, Erik und Isabell, sondern auch an Michael Schulz der mit einer starken Leistung in Plauen aushalf. Es war nicht immer so einfach, wie es die Ergebnisse vermuten lassen. Vor allem beim Unentschieden gegen König Plauen war ein ganzes Stück Glück dabei (…was ich aber jetzt nicht näher ausführen möchte, da mir das sehr peinlich ist :>). Lobenswert ist vor allem der Teamgeist. Wir sind als Mannschaft sehr schnell zusammengewachsen (manche sind sogar sehr sehr eng zusammengewachsen), konnten daher die Konflikte, die es auch gab, ohne weiteres überwinden und hatten nicht nur schachlich, sondern vor allem auch menschlich einen großen Mannschaftserfolg zu feiern. Ein großes Dankeschön und viel Erfolg in der nächsten Spielzeit! Markus Bindig | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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