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... Und wieder einmal spitze ich meinen Stift, um die Erlebnisse unseres todesmutigen babyblauen Sechstetts für die Nachwelt zu erhalten. Leider ist er schon so oft gespitzt wurden, dass ich ihn kaum noch festhalten kann. Egal, was sein muss, muss eben sein. Dasselbe dachten Kay und ich auch, als wir uns am 6.10., gesegnet sei der Geburtstag unseres Mannschaftsleiters, auf den Weg nach Chemnitz machten, um alles ordnugsgemäß in einem griechischen Lokal zu begießen. Doch irgendetwas war da noch... Oh ja, 7.10.06, U20 Heimspiel gegen den USV TU Dresden. Glücklicherweise beantragten die Dresdner eine Verlegung des Spielbeginns auf 10:00 Uhr, da sie mit dem Zug anreisen mussten. Trotz der Ereignisse am Vorabend sprangen Kay und ich, knallhart wie die Farbe unseres Siegershirts, morgens aus dem Bett. Nachdem ich noch etwas benommen ins Badezimmer torkelte, um meiner Morgenhygiene zu fröhnen, kam ich plötzlich mit der Zahnbürste im Mund wieder heraus gerannt. "Sag mal Kay, hast du dir überhaupt den Schlüssel für das Spiellokal geben lassen?", hallte es etwas verkorxt, aufgrund der Zahnbürste zwischen den Zähnen, aus meinem Mund. Eine Antwort von Kays Seite war nicht nötig, denn ich konnte sie schon in seinem leicht verpeilten Blick erkennen. "Ähm!? Nö.", na super, dachte ich mir. Jedoch schoss mir ein Plan durch den Kopf, der Notschlüssel im Laurenzius, das war die Lösung. Jedoch hätte ich nicht selbst zu so früher Stunde geklingelt, da mir meine Zähne sehr am Herzen liegen. Außerdem ist es die Pflicht des Mannschaftsführers, die Öffnung des Spiellokals zu gewährleisten. "Auf gut Glück", dachten wir beide... schnappten uns den Geburtstagskuchen und verließen das in der morgendlichen Ruhe schlummernde E-Beach in Richtung Muldental. Kay und ich kamen an und sprangen aus dem Auto. Am Spiellokal erwarteten uns mit vornehmer Pünktlichkeit auch schon unsere Herausforderer vom USV, jedoch waren sie nur zu viert angereist. Ihnen war das Schlüsselproblem wohl auch schon aufgefallen, weil sie draußen standen und mit hoffnungsvoller Miene fragten, ob wir zum Schach gehören und jetzt aufschließen. Wir wollten unseren Gästen gerade das prekäre Schlüsselproblem erklären,als ich just in diesem Moment die Straße entlang schaute...und ich war mir nicht sicher, war es ein Vogel? War es ein Flugzeug? Nein, es war Frank Spitzbarth, unsere Rettung. Ich setzte mich in seinen Wagen und ließ mich mit wohlklingenden Rocksounds beschallen, während wir den Schlüssel holten. In der Zwischenzeit versuchte Kay den Kuchen vor den Dresdnern zu verstecken, damit unsere Verpflegung gewärleistet blieb. Als ich wieder am Spiellokal ankam, schloss ich auf und bot unseren Gästen erst einmal einen bequemen Sitz in unserer Lounge an. Nach und nach trafen dann auch die letzten Teile unserer babyblauen Fraktion ein. Also dann, auf in die zweite Runde! Pünktlich innerhalb des akademischen Viertels, starteten die Partien. Durch die zwei kampflosen Punkte lagen wir Anfangs schon 2:0 vorn. unsere Aufstellung:
Da die ersten beiden Bretter spielfrei waren, gönnten sich Migu und Schulzi eine kleine Runde Blitzschach. Zur selben Zeit herrschte packende Anspannung im Spielsaal. Während David seine Stellung immer weiter verbessern konnte, sah es für Julia und mich zunehmend schlechter aus. Bei Kay spielte sich nichts Bemerkenswertes auf den 64 Feldern ab. Den ersten Akzent setzte David als ihm sein Gegner, der zwei Züge vorm Matt stand, die Hand reichte und somit das 3:0 besiegelte. Ein guter Einstand, der schon über unseren Erwartungen lag. Jetzt mussten die Dresdner um das Unentschieden kämpfen. Während erst Erik und später auch Julia leider klein bei geben mussten, fightete Kay tapfer weiter. Man konnte den Siegeswille regelrecht in seinen Augen lodern sehen. Inzwischen vergnügte sich der Rest beider Mannschaften draußen auf den Sofas damit, Kays Geburtstagskuchen aufzuessen. Aber dann kam der entscheidente Augenblick, Kay zwang seinen Gegner in ein Dauerschach.
Mit diesem Ergebnis konnten wir uns an zweiter Stelle der Tabelle festsetzen. Aber dieses Abenteuer wurde auch von einer dunklen Macht überschattet. Unbemerkt schaffte es der berüchtigte Bildklauteufel, alle visuell gespeicherten Informationen dieses Tages verschwinden zu lassen. Unvorstellbar! Darüber, ob das mit unserem Besuch aus Dresden zu tun hat, ist sich niemand so sicher. Schließlich trafen wir schon in der vorherigen Saison auf dunkle Machenschaften, wie z.B. den Dämonenspringer aus Leipzig Lindenau. Jedoch war die Präsenz des Bildklauteufels, im Gegensatz zum Dämonenspringer, nicht zu spüren. Er verichtet sein Werk im Stillen und überrascht seine Opfer heimtückich. Dies führte dazu, dass sogar unser allseits beliebtes Miguknuddeln für diesen Tag von unseren Stuntmen ausgführt werden musste. Aber es bleibt unser Markenzeichen und auch jede noch so dämonische Macht wird uns dieses nicht nehmen können. ![]() Szene nachgestellt... aber trotzdem Süß!!!! Scottland Yard ist von uns über den Bilderklauteufel in Kenntnis gesetzt worden. Ob diese von Grundauf böse Kreatur jemals gefasst werden wird, ist jedoch fraglich. Hinweise über ein Auftauchen dieser Person oder den Fund des gestohlenen Bildmaterials, bitte an die Wilkauer Schachjugend weiterleiten. Vielen Dank. ![]() Dieses Bild fanden wir bei einer ohnmächtigen Person vor dem Spiellokal. Dieser Tag hat uns wieder einmal hart auf die Probe gestellt. Sicher war auch das Glück auf der Seite unserer Spieler. Trotz allem bin ich mir sicher, dass wir die, noch zum größten Teil vor uns liegende, Saison als Mannschaft zusammen meistern werden. Also liebes Tagebuch, ich freue mich schon auf unser nächstes Abenteuer. The show must go on. Erik Baumann |
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